Mittwoch, 9. Dezember 2009

Tipps zum Oldtimerkauf

Wer sich einen Oldtimer zulegen möchte, sollte ein paar Dinge beachten, um die Freude zum alten Fahrzeug nicht zu trüben.
Nehmen Sie aus zwei Gründen einen Experten mit: Er prüft das Fahrzeug neutral, kritisch, sieht weit mehr als ein Laie und bremst unter Umständen Ihre Euphorie etwas aus, indem er Ihnen auch die Schwachpunkte emotionsfrei erläutert. Vergessen Sie aber bitte nicht, dass auch ein Experte nicht in die Antriebsmechanik schauen und voraussehen kann, wie viele Kilometer die Technik noch durchhält.

Wählen Sie, wenn möglich, den Herbst und Winter als Kaufzeitraum, denn dann ist der Markt allgemein etwas ruhiger und günstiger, als zum Frühling, wenn die Oldtimersaison wieder beginnt.

Holen Sie sich vorher mittels Literatur und im Internet über das Modell Ihrer Wahl Infos ein. Ein wenig Vorsicht ist allerdings in Internetforen geboten, weil sich dort viele "Experten" tummeln, die oft keine sind. Clubs und Typenbücher dienen meist besser. Fragen Sie ruhig mal in Clubs nach der Ersatzteilbeschaffung und dessen Preise. Logisch: Je seltener das Fahrzeug, umso schwieriger ist in der Regel die Beschaffung der Teile und um so höher sind die Preise.

Lassen Sie sich alle vorhandenen Unterlagen zeigen und prüfen Sie, wie lückenlos die Historie zum Klassiker ist.
Vorsicht, wenn der letzte Besitzer das Fahrzeug noch nicht lange hat: Es könnte sich als Blender herausgestellt haben und er möchte ihn wieder los werden.

Recherchieren Sie schon vor dem Kauf, welche Kfz-Werkstatt sich mit Ihrem Modell auskennt und es auch reparieren kann.

Vorausgesetzt, dass der mitgebrachte Fachmann das Fahrzeug für zufriedenstellend hält, alle Spaltmaße, Dichtungen, Technik und die mittels Hebebühne besichtigte Karosserie keine gravierenden Mängel aufweisen, folgt eine ausgiebige Probefahrt, die sowohl Sie, als auch ihr Experte durchführen sollte.
Im kalten- und betriebswarmen Zustand sollte getestet werden.
Sie müssen sich wohlfühlen und ein gutes Gefühl beim Fahren haben. Verlassen Sie sich aber mehr auf Ihren Experte, als auf Ihr Bauchgefühl und vergleichen Sie mehrere Angebote, sofern am Markt vorhanden.

Um den Werterhalt Ihres erworbenen Oldtimers langfristig zu gewährleisten, ist eine trockene Unterbringung über die Wintermonate ratsam, um die Sie sich vor dem Kauf kümmern sollten. Meine Erfahrung: Je ländlicher der Stellplatz, umso günstiger ist er. Auch eine intensive Versiegelung einer gesunden Karosserie zahlt sich aus und gibt ein besseres Fahrgefühl, sollten Sie mal bei feuchtem Wetter unterwegs sein.

Grundsätzliches und Erfahrungswerte:

Wenige Kilometer auf dem Tachometer bedeuten nicht immer ein gutes Fahrzeug. Standschäden und Wartungsstau können schnell teuer werden.
Ferner schadet jeder Kaltstart dem Motor mehr als ein paar hundert Kilometer auf der Autobahn.

Oft ist es ratsam, ein schon restauriertes Fahrzeug zu erwerben, denn schnell kann sich eine Restauration als Fass ohne Boden herausstellen.
Nicht selten sieht man daher Fahrzeuge zum Verkauf im Internet aufgeführt, die euphorisch zerlegt wurden, jedoch schnell die Erkenntnis brachten, dass der Wiederaufbau viel zu viel Zeit und Geld kostet. Ersparen Sie sich das, wenn Sie auf andere angewesen sind und eh wenig Zeit haben.

Wenn Sie ein Fahrzeug erworben haben, lassen Sie ein Wertgutachten erstellen, auch wenn Ihr Versicherer keines verlangt. Im Schadensfall sind Sie mit einer Expertise besser gestellt und können den Marktwert mit Bildern belegen. Wenn Sie z.B. unverschuldet in einen Unfall verwickelt werden.

Der Kauf eines Klassikers ist meist mit vielen Emotionen verbunden, die teuer werden können, kauft man ohne Beratung und fachliches Wissen.

Denken Sie an Sicherheitsgurte oder dessen Montagemöglichkeiten, wenn Sie Kinder mitnehmen möchten.

Oft sind Fahrzeuge, die nur wenige Besitzer hatten "unverbastelter" und originaler, statt originell.

Wenn alles passt kann es losgehen. Viel Erfolg!

Jens Dell'Ali
www.kfz-unfaelle.de